Friedgard und Günter Mack

Friedgard und Günter Mack

Das Ehepaar Friedgard und Günter Mack ist seid vielen Jahr beim TC Grün-Weiß aktiv. Ein Grund, sich den Fragen unserer 1. Vorsitzenden Edgar Scholz zu stellen.

Grün-Weiß Kurier: Man sagt ja, Ehepaare sollten Sport treiben, aber nicht zusammen Tennis spielen. Bei euch sieht das aber eigentlich recht harmonisch aus. Dürfen wir mal ein wenig näher treten und fragen, was denn nun eigentlich stimmt?

Friedgard Mack: Bei uns war und ist das Gegeneinander kein Problem gewesen, bis auf das Übliche „war der Ball noch an der Linie“. Aber das Miteinander als Mixed-Paar war schon etwas problematischer. Da man seinen Partner ja kennt, schaut man ihn am besten nicht an, wenn man einen Fehler gemacht hat. Denn das Gesicht des Partners spricht „Bände“. Aber mit zunehmendem Alter hat sich das auch relativiert und es klappt meistens ganz harmonisch.

Günter Mack: Wir betreiben schon seit 1971 gemeinsam Sport. Es fing kurz nach unse-rer Ehe mit dem Ehepaarturnen an, was uns sehr viel Spaß gemacht hat. Als wir dann von Opladen nach Lev.-Rheindorf gezogen sind, haben uns unsere Nachbarn zum Badminton animiert, die diesen Sport selbst sehr erfolgreich betrieben haben. Friedgard hat es damals sogar geschafft, in ihrer Altersklasse Leverkusener Stadtmeisterin zu werden. Da Badminton ein reiner Hallensport ist und im Urlaub kaum gespielt werden kann, hatte ich mich damals auf Fuerteventura zu einem Tenniskurs entschieden, den Friedgard, ehrgeizig wie sie ist, natürlich auch mitmachen wollte.
An dieser Historie ist zu sehen, dass wir alles gleichzeitig angefangen und auch weiter betrieben haben. Ob das immer harmonisch war, sollen andere beantworten.

Grün-Weiß Kurier: Günter ist seit 1986 im TC GWL, Friedgard zog erst 1990 nach. Wie kam’s?

Friedgard Mack: Wir sind 1982 nach Langenfeld gezogen. Da unsere Kinder in Lan-genfeld weiter Tennis spielen wollten, hatte Günter sich als Passiver 1986 mit angemel-det, was damals von Vereinsseite verlangt wurde. Zu diesem Zeitpunkt spielte ich in der 1. Damenmannschaft des TUS Rheindorf die Meisterschaftsspiele. Wir waren erfolg-reich und eine sehr harmonische Mannschaft, so dass ich nicht Knall auf Fall wechseln wollte. Nachdem altersbedingt ein Umbruch in der Mannschaft stattfand und wir als Fa-milie wieder zusammen spielen wollten, wechselte ich 1990 zum Grün-Weiß nach Lan-genfeld.

Grün-Weiß Kurier: Da schließt sich aber auch gleich die nächste Frage an. Um eine aussagekräftige Antwort zu erhalten, bitten wir natürlich um getrennte Antworten. Wer von euch beiden spielt denn nun eigentlich besser Tennis?

Friedgard Mack: Das ist schwer zu beantworten. Wir haben gemeinsam angefangen. Ich lerne, da ich Ballspiele liebe, vielleicht etwas schneller, aber Günter holt mich nach einiger Zeit ein. Es heißt, ich spiele technisch sauberer als er, aber läuferisch ist er mir natürlich überlegen. Er rennt ja nach jedem Ball, selbst nach Stopps, wo ich meine: „Jetzt ist das mein Punkt.“ Gewinnen oder verlieren ist je nach Tagesform ausgeglichen.

Günter Mack: Besser spielt auf jeden Fall Friedgard, da sie schon immer die bessere Technikerin war und mein Spiel mehr durch Kraft und Schnelligkeit geprägt ist.
Um auf die erste Frage zurückzukommen, Technik gegen Kraft ergibt ein fast gleich-wertiges Ergebnis, so dass mal Friedgard und mal ich als Sieger vom Platz gehen, wo-bei alle Spiele mit vollem Ehrgeiz betrieben werden, wobei keiner dem anderen etwas schenkt. Jeder will gewinnen.

Grün-Weiß Kurier: Ich habe es mir fast gedacht. Ich weiß, dass Günter neben dem Tennissport noch andere sportliche Aktivitäten betreibt. Schwimmen und Muckibude stehen hoch im Kurs. Ist das alles, und welche weiteren sportlichen Aktivitäten kann denn nun Friedgard entgegensetzen?

Günter Mack: Meine sportlichen Aktivitäten sind damit ausreichend beschrieben. Fried-gard soll ihre Aktivitäten selbst beantworten.

Friedgard Mack: Ich habe in meiner Jugend Geräteturnen gemacht, da das Geld für einen Tennisverein nicht vorhanden war. Ich habe dann auch einige Jahre Badminton in einer Mannschaft gespielt, aber zu Gunsten von Tennis aufgehört. Jetzt mache ich das Übliche, um mich fit zu halten: Aquajogging, Gymnastik und (nicht so gerne) Muckibude und natürlich Tennis, so lange es geht.

Grün-Weiß Kurier: Kommen wir zum Ursprung eurer Gemeinschaft: Geburtsort, Schu-le, Ausbildung und Beruf. Wurden aus diesem Puzzle die richtigen Weichen für das Leben gestellt?

Friedgard Mack: Das zu beantworten, finde ich schwierig. Das Lebensbild besteht aus vielen Puzzleteilen, die im Laufe des Lebens an die richtigen Stellen gesetzt werden sollten. Manches macht man richtig und manches würde man im Nachhinein vielleicht anders machen. Aber wie heißt es so schön: „So ist das Leben“.

Günter Mack: Geburtsort, Schule und Ausbildung sind für mich ein aufeinander abge-stimmter Ablauf. Die weitere Entwicklung ergibt sich manchmal rein zufällig, wie auch unser Kennenlernen.

Grün-Weiß Kurier: War es Zufall, war es Schicksal oder Liebe auf den ersten Blick? Warum, wo und wie habt ihr euch kennengelernt – und wer hat denn da wen erobert?

Günter Mack: Anfang der siebziger Jahre gab es die Reisegesellschaft Fahr Mit, ein Deutsch- Französisches Jugendaustauschprogramm, was von der Regierung gefördert wurde. Auch Andalusien war im Programm, was von Friedgard und mir gebucht wurde, allerdings zu unterschiedlichen Zeiten. Da Fahr Mit eine große Gemeinschaft mit vielen Wiedersehenstreffen war, haben wir uns auf einer Karnevalsfete kennengelernt, wo es dann gefunkt hat.

Friedgard Mack: Ich denke, unser Kennenlernen war Schicksal und das auch noch zu Karneval auf einer Party von Freunden, die wir getrennt voneinander im Urlaub kennen-gelernt hatten. Ich durfte nach der Party mit einer Freundin (ohne Günter) in seinem na-gelneuen VW-Käfer nach Ratingen fahren. Das Auto sollte ich ihm dann am nächsten Tag zu einem erneuten Treffen nach Düsseldorf bringen. Wenn das nicht „Liebe auf den ersten Blick ist?“

Grün-Weiß Kurier: Konntet ihr auch eure Kinder für euren Lieblingssport begeistern?

Friedgard und Günter Mack: Leider nein, wie bereits erwähnt, haben wir versucht, unseren Kindern das Tennisspielen schmackhaft zu machen. Doch die wahre Liebe fand Carsten beim Handball und Gerrit beim Fußball, den er bis vor kurzem noch betrieben hat.

Grün-Weiß Kurier: Inzwischen ist nicht nur der TC GWL in die Jahre gekommen, zwangsläufig natürlich auch viele treue Mitglieder. Im Vordergrund steht nicht mehr die eigene Familie, sondern wie auch bei euch die Enkelkinder. Ich bin überzeugt, dass auch der Sport dazu beiträgt, die Menschen für diesen Lebensabschnitt fit zu halten. Glaubt ihr, die Lust am Sport überträgt sich auf die nächste Generation?

Friedgard und Günter Mack: Wenn wir an unsere eigenen Enkelkinder denken, auf jeden Fall. Robin mit 12 Jahren spielt intensiv Fußball und nebenbei noch Basketball. Romy ist 8 Jahre und spielt auch Basketball, kann Einrad Fahren und reitet seit kurzer Zeit. Nur unser jüngstes Enkelkind hat sich mit 7 Monaten noch für keine Sportart ent-scheiden können.

Grün-Weiß Kurier: Natürlich müssen wir noch über eure sportlichen Erfolge sprechen! Friedgard hat lange Zeit in einer unserer erfolgreichsten Mannschaften in der Nieder-rheinliga gespielt und ist heute noch in unserer neu gegründeten Damen 55 aktiv. Da-gegen lag es mit Sicherheit nicht an Günter, dass seine Mannschaften nicht so hoch gespielt haben. Woher rührt bei euch die Lust am Wettkampf?

Friedgard Mack: Wie schon gesagt, ich liebe Sportarten mit dem Ball. Und da es ja spannend sein muss, egal ob Tischtennis, Badminton oder Tennis, spiele ich gerne um Punkte. Ich denke, man strengt sich mehr an. Ich möchte immer alles geben, wenn ich gewinne „OK“, wenn nicht, war der Andere eben besser.

Günter Mack: Bei mir hält sich die Lust am Wettkampf in Grenzen. Es liegt vielleicht daran, dass ich nicht so recht erfolgreich war.

Grün-Weiß Kurier: Unser Verein lebt von Mitgliedern, die auf eigene Initiative Spielge-meinschaften ins Leben gerufen haben, wie zum Beispiel die Sonntagsrunde Manger, die Römertruppe oder organisiertes Mannschaftstraining. Und hier habt ihr als Ehepaar Mack eine weitere Lücke entdeckt und euch eine sportlich homogene Freitagsrunde mit hohem Spaßfaktor ausgedacht. Sorgfältig geplant und gut organisiert. Wie ist es dazu gekommen und warum eine Mixedrunde?

Friedgard und Günter Mack: Mixed ist beim Badminton ein Bestandteil der Wettkämp-fe, was immer interessant und spannend war. Die Idee eine Mixed-Runde im Tennis einzuführen, stieß schnell auf großes Interesse. Im Laufe der Zeit sind immer mehr Mit-spieler dazugekommen, so dass der Kader heute 20 Spieler umfasst und so fast immer 3 Mixed-Paarungen zustande kommen. Wir finden unsere Mixed-Runde sehr gut und harmonisch. Jeder spielt mit und gegen Jeden und wir haben immer tolle und auch spannende Spiele.

Grün-Weiß Kurier: Diese Interviewreihe sehe ich als Möglichkeit an, Menschen, mit denen wir mehr oder weniger viel Zeit gemeinsam verbringen, vorzustellen und kennen zu lernen. Aber ich möchte auch die Gelegenheit nutzen, eine Plattform zu bieten, konstruktive Vorschläge für ein noch besseres Vereinsleben einzubringen. Nicht alle Vorschläge können wir umsetzen, aber ein Versuch ist es wert! Los geht’s, liebe Friedgard, lieber Günter: Lob? Kritik? Vorschläge?

Friedgard Mack: Ich fange mal mit meiner „Kritik“ an. Ich glaube, ich bin nicht die einzi-ge die stöhnt, wenn man den schweren Besen nach getanem Spiel auf dem Platz schwingen bzw. ziehen muss. Wir haben es schon zu zweit gemacht, was natürlich zur Unterhaltung beiträgt. Aber ein Netz wäre auch mal schön.
Ich finde die Führung des Clubs ist in guten Händen. Die Anlage ist „Top“. Für die Ju-gend wird viel getan und auch für die Nicht-Meden-Spieler werden Spielmöglichkeiten in unterschiedlichen Formen angeboten. Auch die Geselligkeit kommt nicht zu kurz.

Günter Mack: Wir sind ja nun schon einige Jahre dabei und haben mehrere Vorstände erlebt. Früher wurde sehr viel Wert auf sportliche Erfolge gelegt, wobei die Instandhal-tung der Anlage vernachlässigt wurde. Das hat sich Gott sei Dank sehr geändert. Ich finde auch das Vereinsleben ist intensiver geworden. Wünschen würde ich mir ein offe-nes WLAN, wo doch inzwischen die Voraussetzungen für eine Haftungsfreistellung ge-geben sind.
Ich stelle fest, dass die Plätze immer wieder ungenügend gepflegt werden. Vorschlag ist, dass jedes neue Mitglied, insbesondere auch Kinder, eine Einführung in Platzpflege erhält.
Kritik habe ich so gut wie keine, lediglich das Equipment, Bsp. Linien Besen, könnte besser sein. Für Frauen sind die Schleppbesen zu schwer.

Grün-Weiß Kurier: Liebe Friedgard, lieber Günter, herzlichen Dank für den Einblick in euer Tennisleben. Gelernt haben wir, dass es ein Unterschied ist, ob gegeneinander oder miteinander gespielt wird. Kritik während des Spiels am Doppelpartner ist nicht nur unter Eheleuten grundsätzlich nicht förderlich und führt auch nicht zu einer Leistungssteigerung.
Eure Wünsche für händelbares Material für die Platzpflege passen wunderbar in das Konzept, das vom Vorstand für die nächste Saison erarbeitet wurde.

Das Gespräch führte Edgar Scholz